Sun
23
May
2010
CH-Suchportale im Check.
Februar, 2010
Wie verhalten sich heute die Suchportal-Anbieter? Womit locken sie den Web-Nutzer und was verlangen sie für einen "wertlosen" Link und Eintrag? Wir fragen nach bei:
help.ch
schweizer-portal.ch
chlink.ch
naturzentrum.ch
suche.ch
local.ch
search.ch
1. Wie hoch waren/sind die Investitionskosten des Portals?
2. Was sind die Unterhaltungskosten und wie hoch sind sie?
3. Auf welche Weise werben Sie um Einträge?
4. Was kostet ein (Such)Eintrag? Bitte nicht nur ein “ab”.
5. Wie werben Sie für sich selbst?
6. Wie wichtig erachten Sie lokale Suche? (gegenüber Google, Yahoo…)
7. Wie effizient wird lokale Suche genutzt?
Alle angeschriebenen Kontakte hatten fünf Tage Zeit um die gestellten Fragen zu beantworten oder zumindest mit einer kurzen Rückmeldung die Umfrage abzulehnen. uAwg.ch erachtet diese Zeitspanne als ausreichend und eine Reaktion als angebracht und höflich.
Verlauf
Auswahl der Suchportale erfolgte nach Ergebnissausgabe aus der Google-Suche nach “Schweizer Suchportalen”. Erstaunliches machte sich bereits am Beginn der Sichtung der einzelnen Anbieter.
1. "schweizer-portal.ch" verfügt laut eigener Darstellung über 1 Million Besucher im Monat und bietet kostenlose Einträge mit bis zu 15(!) Fotos an. Ausser einem Postfach bietet das Portal keine Kontaktmöglichkeit an. Das Portal verursachte beim Hinschauen Augenschmerzen und Übelkeit. Die Fragen konnten nicht zugestellt werden.
2. "chlink.ch" erinnert stark an einen Shop (ähnlich wie die EMRESTY-Portale) und wirkt auf den ersten Blick solide. Suche nach den im Portal abgelegten Informationen funktioniert, ist aber nicht optimal. Das Portal lädt private Homepage-Betreiber, Vereine und gemeinnützige Institutionen mit einem kostenlosen Eintrag. Mehr war bei dem Anbieter nicht zu erfahren, da weder eine Preisliste noch eine E-Mail Adresse vorhanden ! und das Kontaktformular schlichtweg nicht versenden wollte…
3. "naturzentrum.ch" verspricht im Header und auf allen Portalseiten "…mehr als nur eine Suche." Von der Idee zwar nicht übel und sehr speziell - Zitat: “den naturverbundenen Menschen und denen, die den Menschen als ganzheitlich oder auf natürliche Art und weise beraten, begleiten oder versorgen."
Für so viel Mensch und Natur möchte das Portal für einen Premium-Eintrag eine Jahrespauschale von chf 240. Zudem einmalige Erfassungskosten in Höhe von chf 100 und nur noch einen schlappen Fünfziger für die Aufschaltgebühr.
Alternativ wird ein Quick-Eintrag angeboten. Ohne Individuell-Text und Bild macht das ganze dann nur chf 120 pro Jahr. Chf 80 für die einmalige Erfassung (chf 20 günstiger gegenüber dem Premium-Eintrag, da Quick - hoffentlich aber trotzdem korrekt erfasst) und den bereits bekannten Fuffi für das Umlegen des Schalthebels - damit auch alles hübsch im Portal erscheint. Für mehr Informationen bietet das Portal eine Mail.
Ja. Wir wollten mehr Informationen. Doch leider kam das Mail wieder als unzustellbar zurück. Ist eben doch keine E-Mail. Wenigstens da hat man uns nicht angelogen.
4. "suche.ch" hat als Portal einen freundlichen Auftritt und viele hübsche Feauters um sich seine (des Portals) Willkommensseite individuell zu gestallten. Einträge beginnen bei chf 100. Mehr konnte nicht in Erfahrung gebracht werden. Man hat sich bei uns nicht gemeldet, pardon, auf unsere Anfrage nicht reagiert. Dafür nennt suche.ch eine beachtliche Anzahl an Domains sein Eigen. Das ist nicht verboten.
5. "help.ch" steht nach eigenen Angaben mit modernen und benutzerfreundlichen Suchtechnologien fest auf den Beinen. Anzahlmässig (wie auch immer das gemeint ist), ist das Portal die grösste Betreiberin von Internet-Suchmaschinen in der Schweiz. Das Unternehmensmotto lautet: "suchen und profitieren". Dem Wahnsinnsinformationsportal folgen schlussendlich weit über 1,5 Millionen Besucher.
Das Portal macht auch keinen Hehl daraus, dass es ein Monopol auf Wörter wie: "seriös" und "garantiert" besitzt. Wünschenswert wäre wenigstens einmal der Tausch dieser Beteuerungen gegen eine "unverbindliche" Preisempfehlung.
help.ch könnte Hilfe gut gebrauchen. Es benötigte stets erstaunlich lange bei den Ladezeiten von den unzähligen Portalseiten (ob das vielleicht mit der Unzahl an reg. Domains zusammen hängt?) und wirkt 2010 wie aus dem Jahr 1993. Auf die uAwg.ch Anfrage wurde nicht reagiert.
Wer sich bei Anbieter 1 bis 5 bewusst anmeldet und wissentlich Geld fliessen lässt, dem ist nicht zu helfen.
Aber, es geht auch anders - und dafür jetzt schon ein grosses Dankeschön.
6. " local.ch " zeigt was Such-Sache ist.
Suche kann zum Erlebnis werden. Suche kann Sinn machen. Das Portal verfügt über ein Such(t)-Potenzial, welches erst auf den zweiten Blick erkennbar wird. Das schadet aber nicht sondern sorgt für Höhepunkte und weckt Interesse und Konzentration. Es gefällt und unterhält. Und das es auch anders geht, zeigt local.ch und antwortet auf die Fragen von uAwg.ch.
Innert der ersten 24 Stunden nach Versand der Anfrage, erfolgt die Antwort. So muss es sein. Alles andere ist Mist und überholt. Zwar werden keine Angaben zu Investitions- und Unterhaltungskosten gemacht, bereitwillig jedoch alle anderen Fragen beantwortet.
3. Auf welche Weise werben Sie um Einträge?
- Wir haben verschiedene Datenlieferanten - die Inhalte im Telefonbuch bspw. haben wir von unserer Muttergesellschaft Swisscom Directories.
4. Was kostet ein (Such)Eintrag? Bitte nicht nur ein "ab".
- Ein Basiseintrag ist kostenlos.
*(uAwg.ch fand mühsam heraus: ab chf 650 (Starter), 1600 (Basis) und ab chf 4’300 für Premium-Einträge)
5. Wie werben Sie für sich selbst?
- Klassische Werbung - on- und offline sowie mittels Kooperationen mit anderen Medien.
6. Wie wichtig erachten Sie lokale Suche? (gegenüber Google, Yahoo…)
- Im Gegensatz zu Google oder Yahoo sind wir ein Dienst, der das Leben im persönlichen Umfeld organisieren hilft. Wir wollen Fragen beantworten wie: "wo kann ich auf dem Weg von meinem Arbeitsplatz zum nächsten Bahnhof nach 19h noch Lebensmittel einkaufen?" oder "in welchem Restaurant, das max. 30 Minuten mit ÖV erreichbar ist und einen Kinderspielplatz hat, ist heute Abend noch ein Tisch frei".
7. Wie effizient wird lokale Suche genutzt?
- Die Frage nach der Effizienz kann ich so nicht beantworten. Allerdings nutzen gemäss Net-Metrix über 2,3 Mio User (genau: Unique Clients) local.ch jeden Monat - oder rund 50% aller Internauten der Schweiz. Im Gegensatz zu herkömmlichen Searchengines suchen diese Nutzer nicht nach einer Website oder einem Inhalt einer Website sondern nach einem tatsächlich verfügbaren "Angebot" - wenn möglich noch in ihrem Umfeld.
7. " search.ch " versteht Kundendienstleistung wortwörtlich und antwortet noch am gleicht Tag (Sonntag) nach ca. sechs Stunden. Wir erhalten auf unsere Bitte hin, zu erfahren wo und wie man sich eintragen kann und wo eine allf. Preisliste zu finden sei, vier Links und die Information, dass Firmeneinträge kostenlos sind.
Der freundliche Korrespondenzpartner fügt noch an, dass alle weiteren Fragen weiter geleitet werden. Toll!
Leider erreichten uns nach sechs Tagen keine weiteren Antworten oder sonstige Stellungsnahme. Schade!
Fazit
Auch wenn die beiden letzten Such-Portale ein echtes Suchangebot dem Konsumenten bereit stellen, lässt sich ein Unmut über die schlechte Erreichbarkeit der Kosteninformation nicht leugnen.
Weshalb ist das eigentlich so? Weshalb kann nicht ein einfacher Preis-Link auf den Seiten angebracht werden?
*Wie im Fall von local.ch, wollten wir beim Verfassen der Ergebnisse dieser Recherche, die entsprechenden Links zu den (zu Beginn der Recherche irgendwo entdeckten) Preisen einstellen, doch gaben nach 15 Minuten entnervt auf.
Es fällt auf local.ch etwas schwierig und es wirkt auch undurchsichtig, umgehend zu überblicken und/oder zu trennen (oder eben das Angebot als ganzheitlich zu verstehen), was wem zu zahlen wäre, da das local.ch-Angebot mit Gelbe Seiten und dem Directoires-Angebot verwurstelt ist.
Auch search.ch - glänzt mit Mehrwert, jedoch nicht mit der unmittelbaren & konkreten Preisangabe. Auch da muss man suchen oder aber wissen wo, wie und was.
Für einen einfachen Webnutzer ist das alles unverständlich. Wie will da z.B. ein Handwerker, ein Malermeister, der vielleicht gerade ein Mal pro Woche seine E-Mails überprüft, verstehen, wie er sich anmelden bzw. für wie viel Geld er sich eintragen kann? Dabei spielt es keine Rolle ob er dann von dem kostenlosen oder einem kostenpflichtigen Eintrag profitieren möchte. Diese Portale müssten "idiotensicher" gestaltet werden und nicht etwa davon ausgehen, dass der einfacher Nutzer, ein Informatiker ist.
uAwg.ch empfiehlt local.ch und search.ch als CH-Suchhilfen. Sie sind nützlich und bieten mehr, als ein einfaches Finden von Webseiten.
